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Ein Tag auf der Civilmedia11

05 Mai

Wie bereits angekündigt fand vom 14. bis zum 16. April die Civile Media Konferenz in Salzburg statt. Veranstaltungsort war der „Schwerpunkt Wissenschaft & Kunst“ in der Bergstraße. Die 140 TeilnehmerInnen, die sich vorab registriert hatten, kamen aus über 25 Ländern und fanden sich unter dem Titel „Community Media for Social Change: Low Threshold – High Impact“ in Salzburg ein, um zu foglenden Themengebieten Vorträge zu besuchen und diese zu diskutieren (Programm der Civilmedia):

  • Public Value and Community Media (Helmut Peissl)
  • Feminist Media Production in Europe (Rosa Reitsamer, Elke Zobl)
  • Democracy and Quality (Nico Carpentier)
  • Researching Community Media Audience (Salvatore Scifo)
  • Crowdfunding & Social Payment (David Röthler)
  • Cross Media Publishing (Stefan Tenner)

"Atelier" im ersten Stock (Quelle: http://civilmedia11.posterous.com/?page=3, am 28.04.2011).

Ich selbst war bereits am ersten Tag der Konferenz dort, an dem „Public Value and Community Media“ und „Feminist Media Production in Europe“ als Themengebiete an der Tagesordnnung standen. Die Vorträge und Diskussionen fanden in zwei unterschiedlichen Räumen zeitgleich statt und waren natürlich auf Englisch, da es ja eine internationale Konferenz war. Es gab auch die Möglichkeit eines Livestreams der Beiträge!

"Camerata" im Erdgeschoss (Quelle: http://civilmedia11.posterous.com/?tag=photos&page=1, am 29.04.2011).

Mit einem eigenen Namensschild versehen habe ich mir zuerst zwischen 10:00 und 11:00 im Erdgeschoss die Eröffnungsvorträge zum Thema „Public Value and Community Media“ angehört. Nach der kurzen Pause bin ich dann in den ersten Stock gewechselt um mir Jamika Ajalons (GB) Video  zum Thema „WOC /women of colour) and the FAR (fugitive archetypes of resistance)“ anzusehen. Dann wechselte ich wieder ins Edgeschoss um mir den Vortrag von Corinna Wenzel zum Thema „Community Media and the Production of Pulic Value- The necessity of making Civil Society part of Media production“ und den Runden Tisch unter der Leitung von Helmut Peissl mit Ciaran Murray (Irland), Christer Hederström (Schweden), Pieter de Wit (Holland) und Andrei Paunescu (Rumänien) anzuhören. Nach der Mittagspause ging es dann für mich im Erdgeschoss weiter mit einer Podiumsduskussion mit den Moderatorinnen Rosa Reitsamer und Elke Zobel  zum Thema „Alternative Media & feminism: Communication, production and networking processes“  mit Ash Corea (USA), Eva Ursprung (Österreich), Sandra Chatterjee (indien), Helga Schwarzwald (Österreich) und Jamika Ajalon (GB). Auf die letzte Pause des Tages folgte dann der Vortrag von John Downing mit dem Titel „Nanomedia:`Community`Media vs. `Social Movement` Media?“.

Allgemein fand ich die Veranstaltung sehr interessant und war von den Diskussionen, die zu den verschiedenen Beiträgen enstanden begeistert. Ich fand, dass man durch die internationalen Beiträge einen guten Einblick über die Lage von Community Media in den einzelnen Ländern bekommen konnte. Zugleich postitiv aber auch negativ fand ich, dass es Vorträge zeitgleich in zwei Räumen gab, da man sich einerseits aussuchen konnte, was einen persönlich mehr interessiert, aber es auch zu einem Problem wurde, wenn einen zwei zeitgleich stattfindene Vorträge interessierten.

Ich werde euch nun kurz den Inhalt von zwei Beiträgen auf der Civilmedia11 näher bringen, die mich persönlich zum weiteren Nachdenken angeregt haben:

Jamika Ajalon (Artist, UK): WOC (Woman of Colour) and the FAR (fugitive archetypes of resistance)

Jamika Ajalon stammt aus den USA und lebt seit vielen Jahren in Europa (GB). Sie verwendet verschiedene Medien um Kunst zu kreieren, die sich gegen jegliche Art von Grenzen richtet.

Bei dem gezeigten Video handelte es sich um eine Audio-/ Visuelle-Montag, in der Bilder von legendären farbigen Frauen und Ausschnitte aus Science-Fiction Filmen und Fernsehserien gezeigt werden. Es geht also vor allem um das „black female subject“ und dessen „performance within cyberspace and future“.

Als Beispiele zeigte sie unter anderem Nichelle Nicols als Uhura (Kommunikationsoffizierin) in der Raumschiff Enterprise-Serie,  Helen Gina Torres als Cleopatra 2525 in der gleichnamigen Serie und Gloria Foster als das Orakel in den Matrix-Filmen. Interessant an der Auswahl dieser Frauen ist, dass zum Beispiel Nichelle Nicols nicht nur die erste farbige Frau in einer Weltraumserie war, sondern auch die erste, die einen weißen Mann in einer Fernsehserie küsst. Diesen Kuss hat auch Jamika Ajalon in ihre Montage eingebaut.

Bild aus dem Video (Quelle: http://www.twn.org/aspscripts/gallery.aspx?recordid=1240, am 28.04.2011).

Mit dem Titel „Locations of the M/othership: Black Female as Fugitive Archetype of Resistance“ spricht sie bereits das Hauptthema des Beitrages an, nämlich die Representation von schwarzen Frauen und Idee dieser als „fugitive Archetypes of Resistance“, die Schnittmenge zwischen der Representation von „Black Women“ und deren subjektiver Identitäten, die gleichzeitig Widerstand und mögliche Zukunft  wiederspiegelt: In der Geschichte als Widerstand gegen unterdrückende Kräfte, aber auch in der Zukunft, um ein freies Leben zu ermöglichen.

Ich persönlich fand diese Art der Darstellung sehr faszinierend, mir waren jedoch bis auf das Orakel in Matrix sämtliche Beispiele unbekannt. Dieser Beitrag hat jedoch dazu geführt, dass ich mich über diese Schauspielerinnen informiert habe und mir auch deren andere Rollen in Filmen angesehen habe. In der auf die Vorführung folgenden Diskussion kam die Frage danach auf, warum Whoopi Goldberg nicht unter den Beispielen war. Mich wundert das ebenso, da ja Nichelle Nichols ihr großes Idol war!

Corinna Wenzel: Community Media and the Production of Public Value- The necessity of making Civil Society part of Media production

Corinna Wenzel ist am Fachbereich kommunikationswissenschaft an der Universität Salzburg in der Abteilung Medienökonomie tätig und ging in ihrem Vortrag zuerst auf ihre Definition von „Public Value“ ein und verglich dann „Community Media“ mit „Public Service Media“. Sie gab somit einen theoretischen Rahmen für das Konzept „Public Value“ und stellte einige Thesen dazu auf.

In ihrer Definition von „Public Value“ meinte sie, dass es sich bei „Public Value“ um ein normatives Konzept handelt in dem es um einen Medienauftritt geht, der demokratische Normen und Werte unterstützt. Es geht bei „Public Value“ vor allem um eines, nämlich „serving the public interest“, aber nicht nur sondern auch „serving the interests of minorities“. Wenzel meinte, dass man Public Value nur so kreieren kann: „… not only to consult but to include civil society actively in content production.“ Sie folg auch der Ansich, das Ko-Produktion zwischen den Bürgern und öffentlichen Institutionen grundlegend für „Public Value“ ist.

Corinna Wenzel (Quelle: http://civilmedia11.posterous.com/?page=3, am 29.04.2011).

Nach dieser Definition von „Public Value“ verglich sie „Community Media“ mit „Public Service Media“, um so deren Potenzial für den Beitrag zur Schaffung von „Public Value“ aufzuzeigen. Dafür verglich sie diese auf verschiedenen Ebenen:

        •  Representation+ Participation
        •  Funding+Interests
        •  Access
        •  Locality
        •  Interactivity
        •  Decentralisation
        •  Evaluation
        •  Multilingualism
        •  Content

Ihr Fazit war, dass beide – „Community Media“ und „Public Service Media“ – zur Produktion von „Public Value“ beitragen, aber in unterschiedlichen Gebieten. Bei „Public Service Media“ dominieren fremde Interessen durch die Art der Finanzierung, dafür wird „Public Value“ regelmäßg evaluiert und die Finanzierung ist gesichtert. Bei „Community Media“ ist die Finanzierung unsicher, dafür wird mehr mehrsprachicher Inhalt angeboten, der Inhalt ist lokal, es gibt Interaktivität und der Productionsprozess ist dezentralisiert und demokratisch.

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